Der Thüringer Online-Sozialstrukturatlas (ThOnSA) bietet einen detaillierten Überblick auf Lebenslagen in den Landkreisen und kreisfreien Städten im Freistaat Thüringen. Die gebündelte und vereinheitlichte Bereitstellung bzw. Aufbereitung der Daten ist Grundlage einer integrierten Sozialplanung zur Stärkung sozialer Infrastruktur in Thüringen. Die Darstellung der Lebenslagen erfolgt anhand von aussagekräftigen Indikatoren.
Grundlage bildet der durch das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie initiierte und gemeinsam mit Planungsfachkräften der Thüringer Landkreise und kreisfreien Städte in enger fachlicher Abstimmung mit dem Thüringer Landesamt für Statistik erarbeitete Basisindikatorensatz für eine integrierte Sozialberichterstattung.

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Folgende Themenfelder werden behandelt:

Bevölkerung

Aus der derzeitigen und künftigen Zusammensetzung der Bevölkerung differenziert dargestellt nach Anzahl, Alter, Geschlecht, und Staatsbürgerschaft können erste Annahmen zu gruppenspezifischen Bedarfen abgeleitet werden. Die Grundgesamtheit der Einwohner in den verschiedenen Altersgruppen ist Grundlage zur Berechnung aller weiteren Indikatoren.

Familie

Die Erkenntnisse über Haushalts- und Familienstrukturen basieren im Wesentlichen auf den Daten des Mikrozensus. Durch die Betrachtung der Verteilung einer bestimmten Haushaltform, wie Ein- oder Mehrpersonenhaushalte mit und ohne Kinder, können Schlussfolgerungen gezogen werden, wie sich in Zukunft Versorgungsleistungen bei Hilfebedarf von familiären auf öffentliche Strukturen verlagern könnten.

Kinderschutz und Erzieherische Hilfen

Leistungen und Maßnahmen aus den Bereichen Kinderschutz und Erzieherische Hilfen zielen auf Vorbeugung, Hilfestellung und Schutz junger Menschen, auf die Unterstützung von Sorgeberechtigten, Müttern sowie Vätern. Der Indikator Kinder- und Jugendhilfe besitzt deshalb „Ampelfunktion“. Dass bedeutet, dass mit Hilfe des Indikators problematische Entwicklungen aufgedeckt und diesen entgegengewirkt werden sollen. Unter Beachtung des Ziels „Beseitigung der Kinderarmut“ soll der Indikator Kinder- und Jugendhilfe des Weiteren zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Kinder und Jugendlichen beitragen. Hierzu zählt, die Zielgruppe zu einem selbständiges Leben ohne staatliche Unterstützung zu befähigen, um eine Integration in die Gesellschaft zu ermöglichen.

Bildung und Betreuung

Bildung ist der Schlüssel zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Grundlagen zur Bildung werden im Kindesalter gelegt, weshalb Kinder und Jugendliche besonders in den Blick genommen werden. Die Zahl der Kinder im Vorschulalter in Tagesbetreuungsangeboten oder die Schulabschlüsse der Kinder und Jugendlichen bilden einen Teil der Bildungsgelegenheiten ab. Zahlen der Kinder mit besonderem Förderbedarf oder die Zahl der Schulabgänger ohne Schulabschluss bieten eine Grundlage für notwendige Interventionsmaßnahmen um beispielsweise einen beruflichen Einstieg zu sichern.

Wohnen

Indikatoren zur Lebenslage Wohnen lassen Rückschlüsse auf die Qualität der Versorgung der Bevölkerung mit Wohnraum zu. Sie ergänzen den Indikator Bevölkerungs- bzw. Besiedlungsdichte. Durch die Beschreibung der Gebäudestruktur werden die bauliche Verdichtung in einem Sozialraum und ggf. die daraus resultierende räumliche und soziale Nähe der Bewohner sichtbar.

Gesundheit

Der derzeitige und künftige Gesundheitszustand der Bevölkerung lässt sich zum einen mit Hilfe der Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen darstellen. Hierbei handelt es sich um die einzige repräsentative Querschnittserhebung eines gesamten Geburtsjahrganges. Das Gewicht und der Gebisszustand von Kindern sind lebensstilgeprägt und lassen in Verbindung mit Indikatoren zur sozialen Situation Rückschlüsse auf die Lebensverhältnisse zu. Daten zur vorzeitigen Sterblichkeit und zu vermeidbaren Sterbefällen liefern Informationen für die Prävention und medizinische Versorgung. Aussagen über Pflegebedürftige, Schwerbehinderte und niedergelassene Ärzte sind für die Versorgungsplanung relevant.

Ökonomische Situation/Arbeitsmarkt

Die arbeitsmarktbezogenen Indikatoren, wie z. B. Einkommen, Arbeitslosenzahlen und Personen in Bedarfsgemeinschaften lassen Rückschlüsse auf die ökonomische Situation der Bevölkerung und somit über den Wohlstand und das finanzielle Potenzial zu. Die Daten bieten eine Grundlage Armutslagen und finanziell prekäre Situationen aufzuzeigen. Sie zeigen auf wo soziale Intervention nötig wäre um mögliche Benachteiligung auszugleichen.

Kriminalität

Kriminalitätsdaten bilden das Hellfeld (polizeilich registrierte Kriminalität) in einer Region ab. Um Maßnahmen für eine Kriminalprävention zu initiieren, können Daten zur räumlichen Verteilung der Kriminalität mit soziostrukturellen Merkmalen verknüpft werden.

Gesellschaftliche Teilhabe

Mit den Indikatoren der gesellschaftlichen Teilhabe kann die Bereitschaft erfasst werden, Verantwortung zu tragen, sich am sozialen und kulturellen Miteinander zu beteiligen oder innerhalb und außerhalb politischer Entscheidungsprozesse die Gestaltung der Gesellschaft beeinflussen zu wollen. Die Daten zeigen die Teilhabechancen innerhalb einer Gesellschaft auf.